vita

Studium an der HfbK für Gestaltung und Musik in Bremen, in Italien und der Schweiz
Seit 1978 freiberuflich tätig als Bildender Künstler

ausstellungen

1978 Galerie Neue Diele, Jork
1980 Galerie R. Schmid, Hamburg
1983 Oostende, Belgien
1985 Kunsthaus, Hamburg
1988 Kunsttreppe, Hamburg
1989 Kunstforum Nord, Hamburg, Galerie Gedok, Hamburg
1992 Kunsttreppe, Hamburg
1998 Elb Art, Hamburg
2000 Galeria de Arte Jutta Wiegert, Brasilien, Peru, Chile, Kolumbien
        Galerie Kirsten Beuster, Hamburg
2006 Luckow Kunstsommer, Vorpommern
        Galeria Obok Centro Kultura Police,       Stettin, Polen
        Hanse Art, Hamburg
2007 Kunstzentrum Bosener Mühle, Stipendium, Saarland
        Galeria Obok, Internationales Pleinair,Danzig, Polen
2014 Galerie Hotzel, Mannheim
2015 Galerie Ebensberger, Heidelberg
2016 Kutlturforum, Lüneburg
2016 LDX Galerie, Berlin
2018 Huntenkunst, Niederlande
        Galerie Artinnovation, Innsbruck
        Marziart, Internationale Galerie, Hamburg
        Art Salzburg
2019 Galerie Artinnovation, Berlin
        Galerie Artinnovation, Innsbruck
        Galeria Borgo, Rom
        Galerie Artinnovation, Innsbruck

Chiffren des Ungesagten

Michaela Buchheister, Art Profil, Heidelberg 2014

Die Auseinandersetzung mit den Kunstwerken von Rainer Söhl ist nicht einfach, aber lohnend. Wir erkennen viel. Erstaunlich viel: Dynamik, Schwung, Impetus. Dazu das konzeptuelle Denken, die Energie und vor allem das handwerkliche Können, mit dem er das Unbequeme und Unbekannte in neuartiger Weise zusammenfügt.

Seine Zeichnungen sind sinnlich, ohne sich der Sinnlichkeit zu sehr zu öffnen. Wir sehen sie, wir spüren sie, aber zeichnerisch hält er eine wohlwollende Distanz zum Objekt, belässt es bei den Konturen. Im Grunde schauen wir hinter die Dinge, hinter die Zeichnung. Wir spüren die Zusammenhänge, mehr als alles andere. Es ist ein umfassender – im Sinne von ganzheitlich gedachtem – Duktus, der uns hier entgegentritt.

Die Dinge vor den Dingen…

Der Künstler zeigt so viel wie nötig, aber nicht mehr als möglich. Die Dinge hinter den Dingen, wie Bonhoeffer sagen würde, die letzten Dinge also, die sind existentiell und substanziell.

Es sind unformulierte, in eine symmetrische Struktur entwickelte Objekte, die anthroposophisch – philosophischen Grundzusammenhängen nachspüren und ihre künstlerische Wertigkeit aus der Frage ihrer Existenz definieren.

Das hängt sehr mit Rainer Söhl’s Biografie zusammen: Er ist unter anderem Künstler, Dozent, Didaktiker, Macher, Musiker, Komponist – die Liste ist lang. Und die künstlerische Tätigkeit, die sich bei Rainer Söhl in einem kontinuierlichen Lernen zeigt, geht zurück auf eine unersättliche Neugier. Er, der Querdenker, findet Lösungen für Probleme, die es eigentlich so noch nicht gibt. Der Künstler geht an Grenzen, bricht sie auf, ringt mit neuen Perspektiven und vermittelt diese Dynamik seines künstlerischen Wirkens in seinen Werken. Spürbar, sichtbar und doch nicht definierbar.

…oder die Kunst des Materials

Rainer Söhl verhilft der Kunst zu einem neuen Gesicht. Er ist dabei weniger „innovativ“, dieser Begriff sollte eigentlich nicht existieren: Es geht nicht um Neues, sondern um das Erkennen des Möglichen, was leider oftmals dennoch neu ist. Wir verlassen betretene Pfade und erkunden Kunst, die den Fokus auf die Kunst des Materials, auf seine Eigenschaft und Wirkung, auf seine Zusammensetzung und Kontemplation legt. Der scheinbare Widerspruch in seinen Werken ist keiner, weil das Wort so nicht existiert. Es kann keine Durchdringung von Material, Form und Struktur und Farbe geben, weil die Einheit aller Ingredienzien grundlegend für sein Verständnis von Kunst ist. Anders gesagt: Wenn die ganzen Bestandteile seiner Kunst interagieren und damit als ein Gesamtkunstwerk erscheinen, klassifiziert der Künstler dieses über die reine Einzelwirkung seiner Bestandteile hinaus als erstrebenswertes künstlerisches Optimum. Die Wege der Entdeckung und der Reflektion des Werkes ist letztlich eine Betrachtung eigener Perspektiven und Erfahrungen des Betrachters selbst – und das ist auch das Ziel